Konventionell - Bio - Demeter

Habe ich für mich die richtige Betriebsweise gefunden?

Wer sich bei dieser Frage noch nicht sicher ist, bekommt bei uns am Lehrbienenstand Einblicke in die verschiedenen Möglichkeiten.

Zander

Eine der sehr häufig verwendeten Beuten ist die Zander Beute. Sie wird von einer Vielzahl von Imkern verwendet, weil sie als Magazinbeute leicht erweiterbar ist, alle Rähmchen das gleiche Maß haben und so einfaches imkern ermöglicht. Bei den Zander Magazinen kommt man dem Wunsch der Imker nach einer sehr einfachen Bewirtschaftung der Völker entgegen.

Der große Vorteil der Zanderbeute ist das gleiche Rähmchenmaß in allen Zargen. 

Aber viel Licht gibt auch viel Schatten: Wer mit Bio liebäugelt ist u.U. mit einer anderen Beute auf der sicheren Seite.

Dadant

Dadant ist auch eine häufig anzutreffende Beute und wird gerne in der Bio Imkerei verwendet. Durch die große Brutraumzarge können die Völker in einem ungeteilten Raum brüten. Erweitert wird hier nicht über eine zweite Zarge, sondern durch zusätzliche Rähmchen. Die Größe des Brutraums wird dabei durch ein Schied „angepasst“. Die Betriebsweise mit „angepasstem Brutraum“ unterscheidet sich sehr von der regulären Magazinimkerei, ohne aber komplizierter zu sein.  Egal, ob Sie Bio- oder konventionell imkern, mit Dadant ist Beides möglich. Auch bei Dadant gibt es ein Absperrgitter und darüber einen Honigraum. 

Einraumbeute

Diese Beute wird gerne in der Hobby-Imkerei verwendet. Wie in der Natur gibt es hier nur einen Raum. Die Bienen können darin völlig frei ihre Wohnung mit den Vorräten gestalten. Hier wird das Bienenwohl ganz hoch angesetzt, der Imker muss sich hinten anstellen, denn ernten kann er nur den Honigüberschuß aus den seitlich, unbebrüteten Waben. Sie hat einen ungeteilten Brutraum und ist somit für Bio/Demeter geeignet.

TopBarHive

Die Top Bar Hive ist eine “Oberträgerbeute“, d.h. es gibt keine Rähmchen. Wie in der Natur gibt es nur einen Raum. Die Bienen bauen alle Waben ausschließlich im Naturwabenbau. Im Gegensatz zur Bienenkiste können aber die Waben zu notwendigen Eingriffen entnommen werden, der Imker kann also helfend eingreifen. Es ist die extremste Art der Bio Imkerei, denn hier können Sie keinen Honig schleudern, sondern nur auspressen. Sie hat einen ungeteilten Brutraum und ist somit Bio/Demeter geeignet.

Bienenkiste

Die Bienenkiste oder auch andere “Kisten” die einen einfachen Betrieb ohne Bienenkontakt versprechen, sehen wir eher kritisch. 

Der  Stabilbau ist für Anfänger nicht geeignet, da dieser wenig Möglichkeiten bietet das Volk zu korrigieren und den Milbenbefall zu kontrollieren.

Wenn ein Jungimker frisch mit der Imkerei beginnt steht er vor sehr vielen Fragen: welche Beutenart, welche Bauart, aus welchem Material soll die Beute sein, Rähmchengröße und und und. 

Wie will der Jungimker starten? Mit konventioneller Betriebsweise oder Bienen naturgemäßer halten? Oder gleich als Bioimker in Verbänden wie: Bioland, Naturland, Demeter, EU-Biosiegel etc.

Warum schreiben die Bioverbände bestimmte Beuten oder Rähmchenmaße vor? Was ist ein geteilter oder ungeteilter Brutraum? Wir arbeiten an einer kleinen Animation, die dir das verdeutlichen soll. Sie wird bald hier eingefügt.

Was ist eigentlich Bio-Imkerei?

Immer wieder werden wir am Lehrbienenstand Tuntenhausen gefragt, was den Bio-Honig von konventionellen Honig unterscheidet. Um dies näher zu durchleuchten haben ich die wichtigsten Punkte nachfolgend aufgeführt.

  1. Allgemeines und Bienenflug: Die Biene ist und bleibt ein Wildtier. Ihr Flug kann nicht immer vom Imker gesteuert werden. Aber unsere Arbeitsweise beeinflusst die Qualität von Honig und Wachs enorm! Wichtig ist die artgerechte Bienenhaltung und die Herstellung von Produkten ohne bedenkliche Rückstände. Der Bienenstandort sollte möglichst in Gegenden mit Bio-Landwirtschaft sein. Konventionelle Intensivkulturen dürfen nicht angewandert werden. 
  2.  Beuten: Die Bienenbeuten sind aus Holz, Stroh oder Lehm und nicht aus Plastik, Styropor usw. Die Wetterschutzbehandlung der Beuten erfolgt nur mit Naturprodukten, Naturfarben auf Lein- oder Holzölbasis. Im inneren der Kisten darf nur Bienenwachs und Propolis angewendet werden.
  3. Wachs: Im Bien gehört das Wachs neben der Bienenmasse wohl zum wichtigsten Bestandteil im Bienenkasten. Die Wachszellen sind Gebärmutter und Kinderstube für Eier, Larven und Puppen. Außerdem kann man die Wachszellen als die Leber des Biens bezeichnen. Das Wachs saugt wie ein Löschblatt fettlösliche Gifte auf, die der Imker oder die Bienen eintragen, wie z.B. Pestizide und Herbizide, Neonikotinoide, Biozide u.v.m.  So muß auf das Wachs besonders viel Augenmerk gelegt werden und ist der Dreh- und Angelpunkt für gesunde Völker.
  4. Wabenbau:  Mittelwände sollen nur aus Entdecklungs- oder Jungfernwachs hergestellt werden. Sofern dies von der Tracht und dem Standort möglich ist muß der Imker versuchen möglichst viel Naturwabenbau im Volk zu fördern, da dies das arteigene Verhalten der Bienen ist. 
  5. Fütterung:  Für die Bioimkerei ist dieser Punkt im Vergleich zur konventionellen Imkerei, der mit den größten Mehrkosten verbunden ist.  Zur Einfütterung kann das Winterfutter teils aus im Volk verbleibenden Honigwaben geschehen, oder durch Bio-Rübenzucker möglichst aus der Region. 
  6. Bienenhaltung:  In der Bio-Imkerei gilt ein Verstümmelungsverbot. Die gängige Praxis der Königin die Flügel zu Beschneiden soll damit unterbunden werden. Außerdem darf Drohnenbrut nur zur Bekämpfung der Varroamilbe entfernt werden. 
  7.  Bienengesundheit/Parasitenbekämpfung:  Es sind natürliche Schutzmaßnahmen erlaubt und das auch nur außerhalb der Honigernte (wie Milchsäure, Ameisensäure und Oxalsäure).  Des weiteren sind noch Biotechnische und Biothermische verfahren erlaubt. Verboten sind chemotherapeutische Medikamente, die in vielen konventionellen Imkereien leider immer noch zum Einsatz kommen und sich im Wachs anreichern können. 
  8. Bioverbände:  Darüber hinaus sind natürlich die individuellen Maßstäbe der einzelnen Bioverbände wie z.B. Bioland, Naturland, Demeter, EU-Biosiegel etc. maßgebend.

Weitere Infos von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau LWG  Imkern nach Biorichtwerte: imkern_nach_biorichtlinien.pdf (bayern.de)

Bienensachverständiger Georg Bachmayr

Beuten im Detail

Top-Bar -Hive

weitere folgen demnächst

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